Unterirdisches Wien: Katakomben, Keller und mehr
Während oben der Prunk der Ringstraße glänzt und die Hofburg majestätisch thront, offenbart sich unter den Füßen der Besucherinnen und Besucher eine völlig andere Welt. Wer durch Wiens Straßen schlendert, ahnt oft nicht, dass sich wenige Meter unter dem Pflaster ein Labyrinth aus römischen Ruinen, mittelalterlichen Kellern und barocken Katakomben erstreckt. Diese verborgenen Räume erzählen Geschichten von längst vergangenen Epochen, von Kaiser und Kaiserin, von Handwerkern und Handwerkerinnen, die hier arbeiteten, und von Menschen, die in den Tiefen ihre letzte Ruhe fanden.
Ein Besuch im unterirdischen Wien ist wie eine Zeitreise durch Jahrtausende – dunkel, geheimnisvoll und voller Überraschungen. Mit einem Hotelgutschein in Wien lässt sich die Entdeckungsreise durch die Unterwelt der österreichischen Hauptstadt besonders komfortabel gestalten.

Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- Welche unterirdischen Schätze verbirgt Wien?
- Stephansdom-Katakomben: Wiens berühmteste Unterwelt
- Wiener Unterwelten: Von Römern bis zum Kalten Krieg
- Wo finden Sie die spektakulärsten Kellergewölbe?
- Wie erkunden Sie Wiens Untergrund am besten?
- Fazit
Das Wichtigste in Kürze
- Unter Wien verbergen sich über 2.000 Jahre Geschichte, von römischen Fundamenten bis zu Bunkern aus dem 20. Jahrhundert.
- Die Stephansdom-Katakomben beherbergen die Gebeine von etwa 11.000 Menschen und sind eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Unterwelt.
- Geführte Touren ermöglichen einen sicheren und informativen Zugang zu den sonst verschlossenen unterirdischen Räumen.
- Kombinationstickets und flexible Öffnungszeiten machen die Erkundung für zeitlich flexible Reisende besonders attraktiv.
Welche unterirdischen Schätze verbirgt Wien?
Die unterirdische Welt Wiens ist ein faszinierendes Mosaik aus verschiedenen Epochen. Bereits die Römer legten hier im 1. Jahrhundert die Grundsteine für das Militärlager Vindobona, dessen Reste heute noch an mehreren Stellen zugänglich sind. Im Mittelalter entstanden ausgedehnte Kellergewölbe unter den Bürgerhäusern und Klöstern, die als Lagerräume, Werkstätten und manchmal auch als Schutzräume dienten. Die Barockzeit brachte die prunkvollen Katakomben unter den großen Kirchen hervor, in denen Adelsfamilien und Bürgerinnen und Bürger ihre letzte Ruhestätte fanden.
Doch Wien grub sich auch in der Moderne immer tiefer in den Untergrund. Das ausgedehnte U-Bahn-Netz wurde ab den 1970er-Jahren angelegt und verwandelte manche Stationen in unterirdische Kunstgalerien. Noch düsterer sind die Überreste aus dem Zweiten Weltkrieg: Flaktürme, Luftschutzbunker und kilometerlange Stollensysteme, die während der Bombenangriffe Zuflucht boten. Selbst aus der Zeit des Kalten Krieges existieren noch Atomschutzbunker, die heute teilweise besichtigt werden können. Diese Vielfalt macht Wiens Untergrund zu einem einzigartigen Archiv der Geschichte.
Stephansdom-Katakomben: Wiens berühmteste Unterwelt

Der Stephansdom ist nicht nur oberirdisch das Wahrzeichen der Stadt, sondern birgt auch unter seinen gotischen Mauern ein weitläufiges Katakombenreich. Zwischen 1732 und 1783 wurden hier etwa 11.000 Wienerinnen und Wiener beigesetzt, nachdem Kaiser Karl VI. die Friedhöfe innerhalb der Stadtmauern aus hygienischen Gründen schließen ließ. Die Gebeine wurden in die neu angelegten Katakomben überführt, wo sie sorgsam in Nischen und Gewölben aufgeschichtet wurden.

Bei einer Führung durch die Stephansdom-Katakomben können Besucherinnen und Besucher nicht nur die beeindruckenden Knochensammlungen bestaunen, sondern auch die Habsburg-Gruft besichtigen. Hier ruhen in kunstvoll gestalteten Urnen die Eingeweide zahlreicher Mitglieder der Kaiserfamilie – eine makabere Tradition, bei der Herz, Körper und Eingeweide getrennt an verschiedenen Orten beigesetzt wurden. Auch die Bischofskapelle mit ihren kunstvollen Fresken und religiösen Symbolen ist Teil der Führung. Die Atmosphäre in den engen Gängen ist ehrfurchtgebietend und lässt die Vergänglichkeit des Lebens spürbar werden.
Wiener Unterwelten: Von Römern bis zum Kalten Krieg
Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, findet am Hohen Markt das Römische Museum, das direkt über den Fundamenten des antiken Vindobona errichtet wurde. Hier sind originale Ausgrabungen zu sehen, darunter Reste von Offiziershäusern, Fußbodenheizungen und Straßenpflaster aus der Zeit um 100 n. Chr. Die Exponate vermitteln einen lebendigen Eindruck vom Alltag der römischen Soldaten und Soldatinnen sowie der Zivilbevölkerung.
Aus deutlich jüngerer, aber ebenso bedrückender Zeit stammen die Relikte des Zweiten Weltkriegs. Besonders eindrucksvoll sind folgende Orte:
- Flakturm im Augarten: Einer von sechs massiven Betonkolossen, die als Flugabwehrstellungen und Schutzräume dienten. Heute nicht zugänglich, aber von außen beeindruckend.
- Esterházykeller: Ein ehemaliger Luftschutzbunker, der heute für Führungen geöffnet ist und die beklemmende Enge der Kriegsjahre nachvollziehbar macht.
- Stollensystem unter dem Wienerberg: Kilometerlange unterirdische Gänge, die während des Krieges als Schutzräume und Produktionsstätten genutzt wurden.
- Atomschutzbunker aus dem Kalten Krieg: Einige dieser Anlagen können im Rahmen von Sonderführungen besichtigt werden und zeigen die Ängste der Nachkriegszeit.

Wo finden Sie die spektakulärsten Kellergewölbe?
Neben den historischen Schrecken gibt es in Wien auch unterirdische Räume, die von Genuss und Kultur geprägt sind. Der Wiener Rathauskeller zählt zu den berühmtesten Gastronomiebetrieben der Stadt und erstreckt sich über mehrere gotische Gewölbe aus dem 13. Jahrhundert. Hier wurden einst Wein und Lebensmittel gelagert, heute genießen Gäste in historischem Ambiente Wiener Spezialitäten. Auch die historischen Brauereigewölbe unter dem Schloss Schönbrunn oder in der Ottakringer Brauerei sind beeindruckende Beispiele für die funktionale Architektur vergangener Zeiten.
Zahlreiche Palais-Keller bieten heute Weinverkostungen, klassische Konzerte und kulturelle Veranstaltungen an. Diese Räume verbinden Geschichte mit Genuss und schaffen eine einzigartige Atmosphäre.
Wie erkunden Sie Wiens Untergrund am besten?
Die meisten unterirdischen Sehenswürdigkeiten sind nur im Rahmen geführter Touren zugänglich, da sie aus Sicherheitsgründen nicht frei begehbar sind. Die Stephansdom-Katakomben können täglich besichtigt werden, wobei Führungen mehrmals stündlich starten. Auch die Römischen Ausgrabungen am Hohen Markt sind regelmäßig geöffnet. Für die Erkundung der Flaktürme und Bunkeranlagen werden spezielle Führungen angeboten, die oft nur an Wochenenden oder nach Voranmeldung stattfinden.
Für eine optimale Planung empfehlen sich folgende Schritte:
- Kombinationstickets nutzen: Viele Anbieter haben Pakete geschnürt, die mehrere unterirdische Attraktionen zu einem reduzierten Preis beinhalten.
- Frühzeitig buchen: Besonders in der Hochsaison sind die Führungen schnell ausgebucht. Eine Reservierung einige Tage im Voraus ist ratsam.
- Passende Kleidung wählen: Die Temperaturen unter der Erde liegen ganzjährig bei etwa 10 bis 15 Grad Celsius. Eine leichte Jacke ist empfehlenswert.
- Taschenlampe mitnehmen: Einige weniger frequentierte Orte sind schlecht beleuchtet, eine kleine Taschenlampe kann hilfreich sein.
- Öffnungszeiten prüfen: Nicht alle unterirdischen Orte sind täglich zugänglich. Eine vorherige Recherche spart Enttäuschungen.
Mit einem Reisegutschein lässt sich der Aufenthalt in Wien kostengünstig gestalten, sodass auch mehrere Tage für die umfassende Erkundung der Unterwelt zur Verfügung stehen.
Fazit
Wien zeigt sich nicht nur als glanzvolle Kaiserstadt, sondern offenbart unter der Oberfläche eine ebenso faszinierende wie geheimnisvolle Parallelwelt. Von den römischen Fundamenten über mittelalterliche Kellergewölbe bis zu den düsteren Relikten der Weltkriege – die unterirdischen Schätze erzählen von Jahrtausenden bewegter Geschichte. Wer die österreichische Hauptstadt besucht, sollte sich diese verborgenen Seiten nicht entgehen lassen. Mit einem Hotelgutschein von touriDat finden Sie passende Angebote, um Wien oberirdisch und unterirdisch zu erleben.

